Frankenberg. Im Rahmen eines Unternehmertreffs informierten sich die Mitglieder des Arbeitskreises der Wirtschaft für Kommunalfragen Frankenberg/Eder (AFK) über die geplante Fusion der Krankenhäuser Frankenberg und Korbach zum neuen Klinikum Waldeck-Frankenberg (KWF). Geschäftsführerin Anne Bülling, Dr. Matthias Klingele, Chefarzt für Innere Medizin und Dr. med. Oliver Schuppan, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, sowie der erste Kreistagsabgeordnete Karl-Friedrich Frese gaben den Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in den aktuellen Stand des Fusionsprozesses sowie in die Herausforderungen und Chancen der bundesweiten Krankenhausreform. Klaus Cronau, Vorsitzender des AFK Waldeck-Frankenberg, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich im Krankenhaus und bedankte sich für die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeit der beiden Krankenhäuser zu erhalten. In seiner Begrüßung wies er auf die Bedeutung des Gesundheitswesens für die Region hin: „Die Gesundheitsversorgung im Landkreis stellt einen wichtigen Teil einer stabilen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung dar.“ und betonte, wie wichtig eine stabile und nachhaltige Gesundheitsvorsorge für den Wirtschaftsstandort ist.
Ein Klinikum mit zwei starken Standorten
Der Fusionsprozess soll bis Ende 2028 abgeschlossen werden. Verwaltung, Management und weitere sekundäre Bereiche werden dabei schrittweise zusammengeführt. Ziel sei es, Synergien zu nutzen und die Zukunftsfähigkeit des Klinikverbundes nachhaltig zu stärken. „Wir wollen am Ende des Tages ein Team an zwei Standorten haben“, betonte Frese während der Veranstaltung. Die rechtliche Neustrukturierung des Klinikums ist rückwirkend zum 1. Januar 2026 vorgesehen. Trotz der Fusion bleibt die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung an beiden Standorten
erhalten. Dazu zählen unter anderem die Innere Medizin, allgemeine Chirurgie, Unfallchirurgie sowie die Geburtshilfe.
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Gezielte Spezialisierung als Zukunftsmodell
Gleichzeitig setzt das Klinikum auf medizinische Schwerpunktbildung. Hintergrund sind unter anderem gesetzliche Mindestmengen und steigende Qualitätsanforderungen. So sollen elektive Eingriffe im Bereich der Endoprothetik künftig am Standort Korbach gebündelt werden. Ziel ist der Aufbau eines spezialisierten Zentrums für künstlichen Gelenkersatz. Die Notfallversorgung sowie Vor- und Nachbehandlungen bleiben weiterhin auch in Frankenberg möglich. Darüber hinaus wird die neurologische Versorgung in Frankenberg weiter gestärkt. Dank großzügiger Spenden konnte ein modernes CT-Gerät angeschafft werden, das über ein telemedizinisches Netzwerk direkt mit Spezialisten der Universität Marburg verbunden ist. Dadurch können Schlaganfallpatienten künftig noch schneller diagnostiziert und behandelt werden.
Auszeichnung und Wiederaufbau nach Brand
Auch beim Wiederaufbau nach dem Brandereignis in Frankenberg konnten positive Entwicklungen vorgestellt werden. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten und der Umsetzung neuer Brandschutzauflagen konnten bis Mai drei betroffene Stationen vollständig modernisiert und wieder in Betrieb genommen werden. Durch den erfolgreichen Abschluss dieser Maßnahmen verfügt das Klinikum nun wieder über exakt die gleiche Bettenkapazität wie in der Zeit vor dem Brand. Dass die medizinische Versorgung auf hohem Niveau stattfindet, zeigt eine aktuelle Auszeichnung des F.A.Z.-Instituts: Der Standort Frankenberg wurde in der Kategorie der Häuser mit 150 bis 200 Betten als eines von „Deutschlands besten Krankenhäusern 2025“
ausgezeichnet.
Große Herausforderungen bleiben bestehen
Neben den positiven Entwicklungen wurde jedoch auch deutlich, unter welchem Druck Krankenhäuser stehen. Die bundesweite Krankenhausreform, steigende Kosten, fehlende Investitionsmittel und unzureichende Refinanzierungen stellen die Kliniken vor enorme Herausforderungen. Insbesondere im Bereich Digitalisierung und IT-Infrastruktur seien hohe Investitionen notwendig,
um Prozesse effizienter zu gestalten und den bürokratischen Aufwand zu reduzieren.














